Tierkreis spiegelt Wachstum

Aller Anfang ist schwer. Doch wenn das Jahr nun mit brachialer Gewalt seinen Fortgang nimmt, können wir nur staunen über die Kräfte der Natur. Überall sprießt und wächst es. Was könnte diese Zeit nicht besser ausdrücken als das Bild eines Stieres. Das gleichnamige Tierkreiszeichen steht im Rad des Lebens für die Zeit der Pupertät. Eben warst du noch ein kleines Mädchen, ein kleiner Junge - nun schießt du in die Höhe. Die Geschlechtshormone formen deinen Körper neu. Rückblickend wirst du vielleicht erkennen, dass diese Veränderungen nicht immer einfach waren und dass Verwundungen von damals noch heute dein Leben mitbestimmen. Deshalb ist es so wichtig, diese Wunden zu heilen, weil wir sie sonst in jeden neuen Lebensabschnitt weiter mitschleppen und sogar noch vergrößern. Dazu braucht es eine klare Entscheidung für das Handeln. Wie in der Natur, wird das Universum dann das Wachstum fördern.



Munay sonqo - von Herzen



Euer Michael

Jede aktive Schöpfung ist zuerst eine aktive Zerstörung Pablo Picasso

Vielfalt bedeutet Überleben

Die bunte Wiese ist schön. Vor allem jetzt können wir uns kaum satt sehen an den Blüten und Farben. Es ist das Sonnenlicht, dass die Pflanzen speichern. Davon nähren sich wiederum viele Tiere von der Biene bis zum Weiderind.

Tierkreis zeigt keine Tiere

Stier und Co. sind Symbol für das Medizinrad des Jahres

Wenn ich abends in den Sternenhimmel schaue, kann ich zwar einige Sternzeichen erkennen und weiß wie sie heißen. Die Tiere des Tierkreiszeichens kann ich jedoch nicht einmal mit größter Phantasie als solche ausmachen. Die Sternzeichen, unter denen wir ja geboren werden, sind möglicherweise ganz anders zu deuten. Ich hatte im letzten Rundbrief über den Widder und damit den Beginn des Jahreskreises geschrieben. Wenn der Widder mit seiner Kraft für die Geburt des Menschen und die ersten sieben Lebensjahre steht, dann folgt mit dem Stier (20. April-20. Mai) die Zeit vom 8. bis 14. Lebensjahr. Wie in der Natur bedeutet diese Periode das größte Wachstum: Hey, hier bin ich! Mit 14 Jahren sind wir schon fast ausgereift. Der Stier steht für dieses Wachstum, für die unbändige Kraft, sich aus den Kinderschuhen zu lösen und seinen Platz in der Welt zu behaupten.

Göttervater Zeus entführt Europa als weißer Stier nach Kreta, einer Wieger der europäischen Kultur.

Stierkulte begegnen uns im alten Ägypten und rund um das Mittelmeer. Auf Kreta tötete der Held Theseus den den Minotaurus (halb Mensch, halb Stier) im Labyrinth. Noch bis in die heutige Zeit sind die Stierkämpfe in den Arenen Südspaniens ein trauriger Nachklang davon.

Das Serapeum von Sakkara 

Unter der Erde in einen verwinkelten System von Gängen stehen die „Stiersärge“ im Serapeum von Sakkara in Ägypten. Diese riesigen Granitsarkophage sollen für die heiligen Apis‑Stiere angefertigt worden sein. Die aus massiven Granit oder Basalt gehauenen Steine wiegen zum Teil mehr als 70 Tonnen und verfügen über eine technisch heute kaum nachvollziehbare Präzision der Verarbeitung, wie ich selber 2018 dort sehen konnte. Dass dort wirklich Stiere bestattet worden sein sollen, kann ich mir nicht vorstellen. Der wahre Grund dieser beeindruckenden Anlage bleibt ein Rätsel.




Aus dem Bild des Stier- oder Kuhkopfes soll sich der der Buchstabe A entwickelt haben, der erste Buchstabe unseres Alphabets. Aleph oder Alef ist auch der erste Buchstabe im hebräischen Alphabet und hat den Zahlenwert 1. Das dreifache Alpha galt als Schutz für gebärende Frauen . “A” ist der Anfang und der beginnt im Mutterschoß.


Das nordische Runen-Alphabet beginnt mit Fehu / Fa als erster Rune. Sie steht für Vieh (Kühe) und Wohlstand. Auch hier sind die beiden Rinderhörner zu erkennen. Das altdeutsche Wort Fah/Fang bedeutet Mutterschoß und begegnet uns am AnFang des Runen-Alphabets (siehe “Runen - Uralte Symbole neu entdeckt” von Anke Hasper-Westphal).

Der Buchstabe Alpha (oder All-Fa = kosmischer Schoß) zeigt den wahren Reichtum, der neues Leben bringt: die Gebärmutter.





Reise zum Ursprung des Lebens

Bitte um Vergebung, um in die rechte Beziehung mit dir selbst und mit der Mutter Erde zu kommen.

  • Finde einen Platz in der Natur (real oder in Gedanken), nimm einen tiefen Atemzug.

  • Verbinde dich mit einem Baum, dem Fluss, ruf Mutter Erde an. Nimm noch einen tiefen Atemzug

  • Ruf die Geister, Spirits, ruf die Ahnen, deine Kinder, die Ungeborenen.

  • Schließ deinen Augen und reise zurück auf der Zeitlinie: Heute, Gestern, letzte Woche, Jahre, zurück in den Bauch der Mutter zurück bis zur Zeugung.

  • Du bist eine leuchtende Blase von Licht. Nimm den Moment wahr, wenn Sperma und Ei sich verbinden, ein Tropfen Unendlichkeit.

  • Kehre zurück zu der Zeit als du kamst, eine Mission zu erfüllen, was war das? Warum hast du deine Eltern ausgesucht, spüre dies in jeder Zelle, mit tiefer Dankbarkeit. Bleibe einen Moment in diesem Gefühl.

  • Reise weiter zurück zur Zeugung deiner Eltern, Großeltern bis zum Beginn des Lebens hier, was ist die Absicht dieses Lebens?

  • Verbinde dich mit allen, die ebenfalls um Vergebung bitten, bilde ein Netz des Vergebens und der Anmut, tauche ein in den Fluss des Lebens und der Schönheit.

  • Gib dich diesem Fluss ganz hin, egal wie hart deine Lebensumstände waren und sind.

  • Trotz großer Schwierigkeiten können wir Schönheit und Gnade praktizieren, egal was ist.

  • Schwimme in diesem Fluss der Schönheit.  

  • Kehre wieder zurück zu deinem Platz, nimm einen tiefen Atemzug und sei wieder ganz im Hier und Jetzt.








Taurus - Der Stier

Das Sternenbild des Stiers am Nachthimmel. Der helle Stern in der Bildmitte ist Aldebaran, auch als “Auge des Stirs” bezeichnet. Sein Name stammt aus dem Arabischen und bedeutet „der Nachfolger“, da er den Plejaden (Siebengestirn) am Himmel zu folgen scheint. In Babylonien (ca. 3000 v. Chr.) galt Aldebaran als „Leitstern der Sterne“, der den Beginn des Frühlings (Äquinoktium) markierte und das neue Jahr einleitete. Als einer der vier Wächtersterne des Himmels steht Aldebaran für den Frühling.

  • Frühling: Aldebaran – Stier

  • Sommer: Regulus – Löwe

  • Herbst: Antares – Skorpion

  • Winter: Fomalhaut – südlicher Fisch / Aquarius

Himmlischer Milchfluss

Gehörnte Huftiere wie die Kühe werden als Boviden bezeichnet. In der Silbe Bo steckt darüber eine Bezeichnung der Kuh, wie sie zwischen Irland und Indien zu finden ist. Die Kuh als Ernährerin auf der Erde und Spenderin des kosmischen Milchflusses, der sich nachts als Milchstraße über den Himmel erstreckt. Der Bosperus im heutigen Istanbul heißt übersetzt: Rinder- oder Ochsenfurt.





Zu Kühen habe ich eine besondere Beziehung, habe ich doch auf einem Bauernhof mit Milchkühen meine ersten Lebensjahre verbracht. Vor allem die “Schwarzbunten” erinnern mich daran. Sie waren heilige Kühe, denn sie sicherten meinen Ahnen auch in Notzeiten Nahrung und Einkommen.




Grüße aus der Steinzeit

Schon bevor die ersten Rinderzüchter nach Europa kamen, waren Wisente und andere Wildrinder wichtige Tiere. In der Höhle von Lascaux im Süden Frankreichs zeigt eines Kunstwerke von einem Speer durchbohrten Wisent, dessen Eingeweide aus dem Bauch herausquellen. Daneben liegt ein Mann mit Vogelkopf, der vierfingerig (wie die Vögel) und mit erigiertem Penis dargestellt wurde. Eine gebrochene Speerschleuder mit einem Vogel liegt an seiner Seite. Das Bild entführt uns in das schamanische Weltbild der frühen Höhlenkünstler. Der Schamane mit seiner Vogelmaske und der Abbildung seines Krafttieres auf der gebrochenen Speerschleuder liegt da wie in Trance, zwischen den Welten von Leben und Tod. Die Malerei wurde in einem schwer zugänglichen Schacht angebracht. Es handelt sich somit nicht nur symbolisch um einen Ort zwischen Leben und Tod. Der auf dem Stab sitzende Seelenvogel könnte der Begleiter des Mannes auf seiner Reise gewesen sein, vielleicht in den Tod – oder aber auch bei einem Übergang. Solche Todesrituale sind wichtiger Bestandteil schamanischer Vorstellungen, die hier vor rund 20.000Jahren auf die Höhlenwand in Stein gebannt wurden.

Auch in meinen schamanischen Kursen gehen die Schüler durch diese Todeserfahrung: Es erlaubt ihnen den Weg des Sterbens zu kennen, in die Zeitlosigkeit zu gehen, so dass sie ihre Angst loslassen können. Wenn wir den Übertritt erfolgreich gegangen sind, nehmen wir das Beste des alten in den nächsten Teil unseres Lebens.









Munay-Karte für den Mutterschoß

Der Mutterleib kreiert und gebärt alles Leben. 

Bild: Sabine Friedewald, aus dem Munay-Kartenset. 48 hochwertige Karten in 10 x 15 cm im Karton, Begleitbuch, ca 136 Seiten- vierfarbig - DIN A5.

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